Welches Geheimnis steckt hinter dem Weihrauch?

Es gab und gibt heilige und sehr nüchterne Gründe, Weihrauch zu verwenden. Beginnen wir mit den heiligen. In vielen Religionen ist das Weihräuchern wichtig. Wie ein Gebet steigt der Weihrauch zum Himmel auf und verändert und beeinflusst alle, die seinen Duft riechen können.

Weihrauch im Weihrauchfass © Dirk Peddinghaus / Fotolia
© Dirk Peddinghaus / Fotolia

Schon am persischen Hof ließen sich die Herrscher „beweihräuchern“.

Im römischen Reich standen vor den verschiedenen Tempeln glühende Kohlebecken, in die man beim Vorbeigehen schnell mal ein paar Weihrauchkörner werfen konnte. Als die Kaiser anfingen, diesen Brauch für ihre eigenen Bilder einzufordern, machten die Christen nicht mit.

Sie wollten ihr Rauchopfer nur dem einen Gott darbringen und nicht einem sterblichen Kaiser. Dieser Konflikt führte zu den ersten Christenverfolgungen.

Ein viel nüchterner Grund ist die Hygiene.
Der starke Duft des Weihrauches überdeckt Gestank und schlechte Gerüche. In Tempeln wurden Tiere geschlachtet, und auch die Menschen wuschen sich damals nicht so oft wie wir heute.

Dem Weihrauch wurde auch zugetraut, dass er Krankheiten fernhält und desinfiziert. Die Gründe für Krankheiten waren nicht so gut erforscht, so wird der Duft die meisten Krankheitserreger ziemlich kalt gelassen haben. Es ist kein Zufall, dass das größte schwenkbare Weihrauchfass der Welt in dem spanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela hängt.

Dorthin kommen seit dem Mittelalter Pilger, die Monate zu Fuß unterwegs waren. Viele konnten sich unterwegs nicht allzu häufig waschen. Da war der Weihrauch auch in dieser Hinsicht ein Segen.

Mehr Infos zum Gebrauch des Weihrauch im Gottesdienst findet Ihr in folgendem Beitrag: Weihrauch-Ritual in der christlichen Liturgie.

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