Marienfeste und -gedenktage

Übersicht über die Marienfeste im Kirchenjahr

Darstellung des Herrn („Mariä Lichtmess“) – 2. Februar

Der 2. Februar ist traditionell der Tag, an dem die Tannenbäume aus den Kirchen geräumt und die Krippenfiguren verpackt werden. Es ist das letzte Fest in der Weihnachtszeit. Das Datum berechnet sich vom 25. Dezember her, denn zählt man vom 1. Weihnachtstag 40 Tage weiter, kommt man zum 2. Februar.

40 Tage sind in der jüdisch-christlichen Tradition ein Zeitmaß, welches sich in den 40 Tagen der Fastenzeit wiederfindet. Der biblische Bezug von Lichtmess ist die alttestamentliche Vorschrift, dass Frauen sich 40 Tage nach einer Geburt einer kultischen Reinigung unterziehen müssen.

Da der Erstgeborene Gott geweiht war, wurde er im Tempel „dargestellt“. Der Name Lichtmess (-messe) erklärt sich daraus, dass die Kerzen für das kommende Jahr geweiht wurden. Das Licht symbolisiert Christus. Die mit nach Hause genommene Kerze wurde beim Gebet wie auch bei Unwettern angezündet.

Für Knechte und Mägde gab es einige Tage frei, da die Weihnachtszeit früher offiziell mit Maria Lichtmess endete und die Feldarbeit begann. Heute endet die Weihnachtszeit bereits am 6. Januar, der weihnachtliche Bezug des Festes bleibt jedoch erhalten.

Mariä Heimsuchung (Fest) – 2. Juli

Acht Tage nach dem Fest Johannes d. Täufers erinnert der 2. Juli an den Besuch Marias bei ihrer Kusine Elisabet, der Mutter des Johannes (Lukas 1,39-45). Das Fest wurde im Franziskanerorden gepflegt und beim Basler Konzil 1441 auf den 2. Juli gelegt.

Maria Königin (Maria Regina) – 22. August

Das Fest ist jungen Datums, es wurde 1954 von Pius XII. zum Abschluss der Hundertjahrfeier der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis eingeführt. Der Gedenktag lag bis zur Liturgiereform auf dem 31. Mai als Abschluss des Marienmonats. Jetzt ist er auf den Abschluss der Festzeit (Oktav) der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August) gelegt.

Mariä Geburt – 8. September

Die Bibel berichtet nichts über die Geburt Marias, deshalb leitet sich der Termin ihres Geburtstages von der Weihe einer Jerusalemer Kirche her, die der hl. Anna, der Mutter Marias geweiht wurde. Der 8. Dezember, das Fest der Unbefleckten Empfängnis, ist jünger als das Geburtsfest und liegt daher auf dem 8. Dezember.

Mariä Namen („Schutzmantelmadonna“) – 12. September

Das Fest wurde 1683 als Dank für den Sieg über die Türken bei Wien eingeführt, der auch auf das Gebet zu Maria zurückgeführt wurde. In dem Gedenktag drückt sich das Vertrauen in die „Schutzmacht“ Marias aus, die auch als „immerwährende Hilfe“ angerufen und als Schutzmantelmadonna dargestellt wird.

Gedächtnis der Schmerzen Mariens („Sieben Schmerzen Mariens“) – 15. September

Dieser Gedenktag folgt auf das Fest der Kreuzerhöhung. Das Fest entstand im Mittelalter, wurde vom Servitenorden gepflegt und 1814 von Pius VII. als Dank dafür, dass er aus der Gefangenschaft zurückkam, in die ihn der französische Soldatenkaiser Napoleon verbracht hatte, für die ganze Kirche eingeführt.

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz („Rosenkranzfest“) – 7. Oktober

Das Fest wurde 1572 von Pius V., ein Jahr nach dem Sieg über die Türken am 7. Oktober 1571 in der Seeschlacht von Lepanto, eingeführt. Es sollte in allen Kirchen, die einen Rosenkranzaltar hatten, gebetet werden. Nach dem Sieg über die Türken bei Peterwardein (Ungarn) 1716 wurde das Fest auf die ganze Kirche ausgedehnt.

Das Fest bezieht sich auf den Rosenkranz als Bittgebet, durch das Maria um ihre Hilfe und ihren Schutz angefleht wird. Maria wird als Königin des Rosenkranzes verehrt, weil das Rosenkranzgebet ursprünglich als Gabe an Maria, in Form von Rosen, gebetet wurde. Das Fest ist älter als der Rosenkranzmonat Oktober, der erst 1883 eingeführt wurde.??

Quelle

  • Bieger, Eckhard: Das Kirchenjahr. Die Feste. Bedeutung, Entstehung, Brauchtum; Leipzig 2013.