Die Leseordnung in der Kirche


Leseordnung der Kirche

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Das Zweite Vatikanische Konzil gab den Auftrag, bei den liturgischen Feiern die Schriftlesungen „reicher, mannigfaltiger und passender“ zu gestalten und bei der eucharistischen Feier den Gläubigen den Tisch des Wortes reicher zu bereiten und die „Schatzkammern der Bibel weiter“ aufzutun, als das zuvor der Fall war. Deshalb gilt seit 1969 für Sonn- und Festtage eine dreijährige Leseordnung. Diese Jahresreihen werden mit den Buchstaben A, B und C gekennzeichnet, wobei C in den Jahren genommen wird, die durch drei teilbar sind. (Kleine Mathematik-Auffrischung: Eine Zahl ist dann durch drei teilbar, wenn ihre Ziffernsumme durch drei teilbar ist.) Im Lesejahr A wird das Matthäusevangelium gelesen, im Lesejahr B Markus und in C Lukas. Diese biblischen Bücher werden fortlaufend, wenn auch mit Auslassungen, gelesen. Das Johannesevangelium wird in den letzten Wochen der österlichen Bußzeit und in der Osterzeit gelesen. Auch zur zweiten Lesung werden fortlaufende Texte gelesen, und zwar Briefe aus dem Neuen Testament. Die erste Lesung hingegen aus dem Alten Testament ist thematisch auf das Evangelium abgestimmt. Für die Osterzeit wurden zur ersten Lesung Stellen aus der Apostelgeschichte ausgewählt.
Für die Leseordnung an Wochentagen gilt: Für die Lesung gibt es zwei Jahresreihen (I in den ungeraden Jahren, II in Jahren mit gerader Jahreszahl). Die Stellen aus dem Evangelium wiederholen sich jedes Jahr.

Grundkurs Ministranten - Das IdeenbuchDer Beginn des neuen Kirchenjahres könnte eine Gelegenheit sein, dass ihr die Lektionare in eurer Sakristei einmal genauer anschaut. Vieles von dem, was wir gerade erklärt haben, könnt ihr dabei selbst entdecken, z. B. … dass es eine Leseordnung für die Sonntage und eine andere für die Wochentage gibt. Die jeweiligen Lektionare haben auch verschiedene Farben: grüne Bücher für Wochentage, rote für Sonn- und Feiertage. … dass es für die Sonntage drei Lesejahre gibt. Deshalb werdet ihr auch drei Bücher finden. Schon am Buchrücken erkennt man das Lesejahr A, B oder C. Wenn ihr in diesen Büchern blättert, müsstet ihr auch herausfinden können, welches Evangelium in welchem Jahr dran ist. … dass das Johannesevangelium an den Sonntagen vor allem gegen Ende der Fastenzeit und in der Osterzeit vorgelesen wird. … dass das Kirchenjahr und damit auch das neue Lesejahr mit dem 1. Adventssonntag beginnt und mit dem Christkönigssonntag endet. … dass die Wochentagslektionare anders aufgebaut sind als die für Sonntage: Es gibt immer nur ein Evangelium, aber zwei Lesungen, die die Überschrift „Jahr I“ bzw. „Jahr II“ tragen. … dass es Wochentagslektionare für den Jahreskreis gibt und solche für „Geprägte Zeiten“ (Advent, Weihnachtszeit, österliche Bußzeit, Osterzeit). … dass man immer auch einen Antwortpsalm und einen Vers vor dem Evangelium findet. Vielleicht entsteht aus der genaueren Beschäftigung mit den Lektionaren eine neue Aufgabe für eure älteren Minis: Sie könnten vor jedem Gottesdienst die richtigen Bücher herrichten und die Stellen aufschlagen.

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