Liturgische Bücher


Bibliothek – Wichtige Bücher für den Gottesdienst …

Liturgische Bücher

© Marc Dietrich / Fotolia

Zu jedem Gottesdienst werden Bücher gebraucht, und zwar mindestens zwei: Missale und Lektionar. Im Missale, dem Messbuch, stehen alle wichtigen Texte und Gebete, die im Gottesdienst gesprochen werden. Im Lektionar, dem Lesungsbuch, finden sich alle Schriftlesungstexte aus der Bibel. Aber es gibt noch eine Reihe weiterer Bücher. Es ist gut zu wissen, wo sie in der Sakristei ihren Platz haben. Sie gehören zu den Dingen, die ganz gerne mal in der Sakristei vergessen werden. Da sind dann Minis schnell Retter in letzter Sekunde, wenn sie den Durchblick haben.

Evangeliar – Evangelienbuch:

Das ist ein großes, schweres und reich gestaltetes Buch. Es wird zum Einzug feierlich mit in die Kirche gebracht und dabei meist nach oben gehalten. Daraus wird dann das Evangelium vorgelesen. Manchmal stehen dann Ministranten mit Leuchtern daneben, und vorher wird es mit Weihrauch inszeniert. Am Ende wird es wieder mit in die Sakristei genommen.

Lektionar – Lesungsbuch:

Lektionare gibt es viele: Bloß gut, dass da die Lektoren den Durchblick behalten müssen und nicht die Ministranten. Drei rote Lektionare gibt es für die Sonntage, drei grüne für die Wochentage und noch einige andere für verschiedene Anlässe. Aus ihnen werden die Lesungen gelesen, die nach Lesejahren (A, B und C) geordnet sind. Auch die Evangelien stehen hier drin. Daher gibt es nicht in jeder Gemeinde ein Evangeliar. Oft werden alle Lesungen gleich aus dem Lektionar gelesen.

Missale – das Messbuch:

Der neue Grundkurs für MinistrantenDas Messbuch ist dick und hat viele bunte Bändchen und Einmerker, die alle eine bestimmte Funktion haben. In den meisten Pfarreien kümmert sich der Küster oder der Priester selber darum. Trotzdem ist es gut, einiges darüber zu wissen. Im Messbuch findet der Priester die Gebete für den Gottesdienst (Tagesgebet, Gabengebet, Hochgebet, Abschlussgebet). Für die normalen Tage ist es meist blau, an Feiertagen ist es rot eingebunden. Zu manchen Gebeten (meist Tagesgebet) wird es vom Ministranten gehalten, manchmal liegt es aber auch auf dem Altar (Hochgebet und Dankgebet). Die Geheimnisse der Buchhalteordnung sind von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Die Oberministranten wissen sicher, wie es in deiner Gemeinde üblich ist.
Fürbittbuch Es gibt sehr verschiedene Fürbittbücher. In manchen Gemeinden sind sie nicht gebräuchlich, weil die Fürbitten selbst formuliert werden. Fast immer bekommt sie ein Lektor oder spezieller Fürbittleser in die Hand. Sie gehören zu der Kategorie Bücher, die gern mal in der Sakristei vergessen werden, es ist also ganz gut, wenn du weißt, wie sie aussehen.

Gesangbuch:

Ein Muss für die Ministranten, denn Mitsingen ist für alle Minis selbstverständlich. Außerdem sind darin Gottesdienstabläufe zu finden, gerade für besondere Gottesdienste eine Möglichkeit, mal schnell nachzublättern, damit nichts vergessen wird. Seit kurzem gibt es auch ein neues Gotteslob mit vielen schönen traditionellen und modernen Liedern.

Benediktionale:

Das Benediktionale (auch „Benedictionale“) heißt aus dem Lateinischen übersetzt „Segensbuch“ und gehört zu den liturgischen Büchern in der katholischen Kirche. Es enthält die verschiedenen Segnungen (z.B. Weihwasser, Weihrauch, Kerzen, Adventskränze uvm.), welche zu den so genannten Sakramentalien (Gottesdienstliche Zeichen, die keine Sakramente sind) gehören. Eigentlich ist das Benediktionale nur ein Auszug aus einem noch umfassenderen Buch, dem so genannten „Rituale Romanum“.

Rituale:

Das Rituale (auch Rituale Romanum) ist ein liturgisches Buch, das alle liturgischen Handlungen beinhaltet die nicht im Messbuch, Stundenbuch oder Pontifikale stehen. So finden sich in diesem Buch unter anderem die liturgischen Formulare für die Sakramente der Taufe, Eheschließung, Buße und Krankensalbung. Ebenfalls sind der Begräbnisritus und natürlich die oben erwähnten Benediktionen (Segnungen) enthalten.

Stundenbuch (Brevier):

Altes Brevier - Stundenbuch

Altes Stundenbuch (Brevier)

Ein häufig verwendetes Buch, ist das Stundenbuch (auch „Brevier“ genannt). Dieses enthält die Texte für die Feier des Stundengebets (z. B. für die Laudes, Vesper, Komplet uvm.) in der katholischen Kirche. Das Stundengebet müssen die Priester und Mönche täglich verrichten. Einige Teile dieses Gebetes sind auch in vielen Gemeinden recht beliebt wie bspw. das gemeinsame Beten der Vesper.
Der lateinische Name „Brevier“ (heißt ins Deutsche übersetzt: „kurz“) leitet sich ursprünglich davon ab, dass die Texte im Brevier früher im Vergleich zu den Texten, die beim feierlichen gemeinsamen Chorgebet der Klöster gebetet wurden, kürzer waren. Deshalb verwendeten früher nur all jene Mönche, Priester und anderen Kleriker ein Brevier, die nicht am gemeinsamen Chorgebet teilnehmen konnten. Im heutigen Stundenbuch unterscheiden sich die Texte nicht mehr von denen des Chorgebetes, weil letztere in ihrem Umfang verringert wurden.

Pontifikale:

Das Pontifikale (auch „Pontificale Romanum“) gehört ebenfalls zu den liturgischen Büchern in der katholischen Kirche. Es enthält die Anleitungen und Texte für Rituale (z.B. für die Weihe, Firmung uvm.), die von einem Bischof durchgeführt bzw. geleitet werden. In früheren Ausgaben dieses Buches standen eine Vielzahl weiterer Rituale wie die niederen Weihen (z. B. Aufnahme in den Klerus durch Tonsur, Bestellung von Ostiariern, Akolythen, Lektoren, Exorzisten, Subdiakonen uvm.).
Als Ergänzung zum Pontifikale gibt es noch das Caeremoniale episcoporum (auf deutsch: „Zeremonienbuch der Bischöfe“), was dann die genauen Ausführungen der einzelnen Rituale enthält.

Quelle: