Liturgische Geräte


Die wichtigsten Geräte für den Gottesdienst (Hl. Messe) …

In diesem Beitrag möchten wir Euch die wichtigsten liturgischen Geräte und Dinge vorstellen, die im Gottesdienst Verwendung finden:

Altartücher und Korporale:

Liturgische Geräte

© Gerhard Seybert / Fotolia

Der Altar ist nicht einfach ein Tisch, auf dem der Priester etwas abstellen kann. Nein, der Altar symbolisiert Christus. In vergangenen Zeiten gab es den Brauch, ihn richtig anzuziehen. So wurde er mit drei Leinentüchern bedeckt, von denen eines an die Windel im Stall zu Betlehem erinnerte und die beiden anderen an die Tücher, in denen Jesus begraben war. Heute gibt es diesen Brauch kaum noch, und es wird nur ein Altartuch als festliches Tischtuch genommen. Auf das Altartuch legt der Priester bei der Gabenbereitung ein kleineres Tuch, das Korporale. Aus dem Lateinischen übersetzt heißt das eigentlich „Körperchen“. Auf das Korporale wird bei der Eucharistiefeier die Hostienschale gestellt. Beim Brotbrechen fallen kleine Krümel auf das kleine quadratische Tuch. Da sie genauso „Leib Christi“ sind wie die großen Hostienteile, fallen diese »Körperchen« auf das Korporale und kommen beim Reinigen der Geräte mit in den Kelch, den der Priester dann austrinkt. Der Sammelbegriff für diese kirchlichen Textilien heißt übrigens „Paramente“.

Antependium:

Als Antependium (vom lat. ante „vor“ und pendere „hängen“) wird die an der Vorderseite des Altares angebrachte Bekleidung bezeichnet. Dieser meist reich verzierter und bestickter Vorhang aus Stoff ist vor oder aber an den Seiten des Altarunterbaus angebracht. Häufig ist das Antependium in der aktuellen liturgischen Farbe gehalten.

Aspergill & Weihwasserkessel:

Als Aspergill (vom Lateinischen „aspergillum“ bzw. „aspergere“, was „bespritzen“ heißt) wird das Gerät bezeichnet, mit dem die Gläubigen mit Weihwasser besprengt werden. Es wir auch oft Sprengel genannt. Zum Einsatz kommt das Aspergill häufig am Sonntag, wenn das sogenannte Asperges (lateinischer Anfang von Psalm 51) am Beginn des Gottesdienstes gesungen wird. Hierzu teilt der Priester dann das Weihwasser mit dem Aspergill aus. Außerdem wird das Aspergill bei Beerdigungen und verschiedenen Segnungen (z. B. Segnung der Asche am Aschermittwoch oder der Segnung der Kerzen an Maria Lichtmess) verwendet.

Zum Aspergill gehört auch noch ein Weihwasserkessel dazu, worin sich Weihwasser befindet und in das der Priester das Aspergill eintaucht. Der zuständige Ministrant trägt das Aspgill zusammen mit dem Weihwasserkessel.

Bursa:

Als Bursa wird die steife Stofftasche für die Aufbewahrung des Korporale bezeichnet, die in Farbe und Gestaltung oft dem Messgewand ähnlich ist. Auch trägt das lederne, seidengefütterte Täschchen zum Umhängen für das Gefäß mit der Krankenkommunion den Namen Bursa.

Hostienschale:

Hostien sind die Brotstücke (sie bestehen wirklich aus Mehl und Wasser), die in der Wandlung zum Leib Christi, dem Brot des Lebens, werden. Die Hostienschale ist das Gefäß, in dem viel von diesem Brot Platz findet und aus dem die Kommunion ausgeteilt wird. Oft ist es vergoldet.

Alles zum Kelch:

Kelch zur Messfeier - Liturgische Geräte

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Rund um den Kelch gibt es eine Vielzahl an weiteren Dingen:

  • Kelch ist ein Wort, das ausnahmsweise mal nicht aus dem Lateinischen, sondern aus dem Griechischen kommt. Kalyx ist das griechische Wort für Becher. Der Kelch ist ein kostbarer Becher, meist aus edlem Metall. Er ist für den Wein da, der in der Eucharistiefeier gewandelt und bei der Kommunion empfangen wird.
  • Das Kelchtuch (lat. Purificatorium) wird nach der Kommunion gebraucht. Der Zelebrant wischt mit diesem länglichen Tuch den Kelch aus.
  • Palla (lat.) heißt eigentlich Theatervorhang. Dieser Vorhang ist sehr nützlich, damit nichts in den Wein fallen und im Sommer auch keine Insekten hineinfliegen können.
  • Velum (lat.) ist die »Hülle«, die den fertigen Kelch in einen festlichen Stoff hüllt, der in der Regel zur liturgischen Farbe des Tages passt.

Die Reihenfolge beim Kelchherrichten: Kelchtuch, darauf die Palla, das Korporale und zum Schluss hüllt das Velum alles ein.

Kerzen:

Die Kerzen sind Zeichen dafür, dass Christus das Licht der Welt ist. Du selbst hast wahrscheinlich eine Tauf- und eine Erstkommunionkerze.
Die wichtigste Kerze ist die große Osterkerze, die in der Osternacht geweiht und entzündet wird. Sie ist das Symbol für Christus, und viele andere Kerzen werden an ihr entzündet, so auch deine Tauf- und deine Kommunionkerze. Am Altar stehen Kerzen, die eigentlich genau dasselbe sagen wollen. Außerdem hatten sie in vielen Jahrhunderten ganz praktische Gründe: Schließlich wollten die Menschen auch in dunklen Kirchen etwas sehen. Und Kerzen verbreiten eine feierliche Stimmung, besonders wenn das elektrische Licht mal ausbleibt.

Lavabo und Lavabotuch:

Kanne und Schüssel zum Händewaschen sind das Lavabo (lat.). Ins Deutsche übersetzt heißt das: „Ich wasche mich“. Das Lavabotuch ist das Handtuch zum Abtrocknen nach der Gabenbereitung und dem Händewaschen. Nicht überall gibt es das Lavabo – in manchen Gemeinden nimmt man das Wasserkännchen und gießt das Wasser auf das Tablett der Kännchen.

Patene:

Die Patene (vom Lateinischen: „paratus“, was „zubereitet“ heißt) ist eine flache Schale, auf die ein oder zwei große Hostien passen. Sie dient dazu, die Hostie des Priesters aufzunehmen und wird darum mit dem Kelch zusammen für die Messfeier bereit gehalten. In einigen Gemeinden gibt es außerdem noch die Kommunionpatene, die den Gläubigen beim Empfang der Mundkommunion unters Kinn gehalten wird, damit keine Partikel auf die Erde fallen.

Monstranz, Lunula und Kustodia:

Der neue Grundkurs für MinistrantenMonstrare (lat.) heißt zeigen. Die Monstranz ist ein kostbares, fast immer goldenes Gefäß für die geweihte Hostie. Sie wird darin den Gläubigen gezeigt. In der Mitte hat sie ein Fenster, dahinein kommt die Lunula.

Lunula heißt kleiner Mond, weil dieses Gefäß tatsächlich wie ein Mond aussieht. Das hat aber durchaus praktische Gründe, weil dahinein die große Hostie gestellt wird, die entweder in die Kustodia oder in die Monstranz kommt.

Viele wissen gar nicht, dass es die Kustodia gibt, oder denken, sie gehört irgendwie zur Monstranz. Kustodia (lat.) heißt Wache. In ihr ist Platz für eine große Hostie. Im Tabernakel ist immer eine Kustodia mit Hostie zu finden. Sie ist Zeichen dafür, dass Gott über uns wacht.

Pultbehang:

Der sogenannte Pultbehang (Lesepultbezug) schmückt in vielen Kirchen das Lesepult bzw. den Ambo. Häufig hat dieser die aktuelle liturgische Farbe und ist zumeist mit christlichen Symbolen (entsprechend den kirchlichen Anlässen und Zeiten) verziert.

Pyxis:

Als Pyxis wird eine kleine, häufig kostbar verzierte Dose bezeichnet, die meistens aus Metall besteht und innen vergoldet ist. In dieser Dose werden die konsekrierten Hostien im Tabernakel für die Krankenkommunion oder für einen Laiengottesdienst mit Kommunionspendung aufbewahrt.

Rauchfass & Weihrauchschiffchen:

Als Weihrauchfass (im Lateinischen: Turibulum, auch Thuribulum) wird ein zweiteiliges Gefäß an einer Kettenkonstruktion bezeichnet, das im Gottesdienst zur Verbrennung von Weihrauch dient. Dazu werden die Holzkohlen zum Glühen gebracht und in das Rauchfass gelegt. Anschließend wird Weihrauch auf die angezündeten Holzkohlen gegeben, was zur Erzeugung des Qualms führt. Das Auflegen des Weihrauchs geschieht in der Regel durch den Priester an verschiedenen dafür vorgesehenen Stellen im Gottesdienst (z. B. vor dem Inzensieren des Altares, vor dem Evangelium, vor dem Inzensieren des Allerheiligsten bei der eucharistischen Anbetung). Der für das Tragen des Weihrauchfasses verantwortliche Ministrant ist Thuriferar (Rauchfassträger). Einige Tipps zum richtigen Umgang mit dem Rauchfass gibt es in folgendem Beitrag: Tipps & Tricks für Ministranten.

Das Weihrauchschiffchen (im Latenischen: Navicula bzw. Naviculum) dient zur Aufbewahrung und dem Transport des Weihrauchs im Gottesdienst. In der Regel liegt dem Schiffchen ein kleiner Löffel bei, mit dem der Weihrauch entnommen werden kann. Der für das Tragen des Schiffchens verantwortliche Messdiener ist der Navikular (Schiffchenträger).

Weihrauch:

Der Weihrauch wird aus dem Harz des Boswellia-Strauches („Weihrauchbaum“) gemacht, der nur in wenigen Gegenden der Welt wächst (Somalia, Oman und Indien). Gemischt mit verschiedenen Zutaten können sehr unterschiedliche Düfte erzeugt werden. Im Weihrauch ist der Stoff THC enthalten, der gute Stimmung macht. Hierin liegt vielleicht die Bedeutung des Weihrauches. Weihrauch soll zu einer guten Stimmung im Gottesdienst beitragen, zu Gott aufsteigen und – dazu kommen wir gleich noch –, Störendes wegnehmen.

Kännchen:

Darin sind Wasser und Wein, die bei der Gabenbereitung gemeinsam in den Kelch gegossen werden. Oft tragen sie kleine Zeichen, damit der Ministrant oder Priester sie nicht verwechselt. Das können Symbole für Wein und Wasser sein oder Buchstaben. Dann sind sie meist auf Latein: A steht für aqua (Wasser) und V für vino (Wein).

Ziborium & Ziboriumsvelum:

Das Ziborium (lat., auf Deutsch: Speisegefäß) wird von Nichtkennern oft mit dem Kelch verwechselt. Auch wenn es wie ein breiter Kelch aussieht: Darin werden die geweihten Hostien im Tabernakel aufbewahrt. Es ist also ein Brotgefäß. Außerdem hat es einen Deckel zum Verschließen, den hat kein Kelch in der Kirche.

Zum Verhüllen des Ziboriums gibt es schließlich ein sogenanntes Ziboriumvelum, also ein Tuch mit dem das Gefäß zur Aufbewahrung des Allerheiligsten bedeckt wird. Dieses Velum ist häufig kostbar verziert.

Quellen: