Liturgische Kleidung


In diesem Beitrag möchten wir Euch die wichtigsten Kleidungsstücke für den Gottesdienst vorstellen, die auch als Paramente (Kirchentextilien und liturgische Gewänder) bezeichnet werden:

  1. Priesterkleidung in der hl. Messe
  2. Ministrantengewänder
  3. Sonstige Gewänder

1. Welches Gewand trägt der Priester?

Das Messgewand, das der Priester zur Messfeier anlegt, besteht aus mehreren einzelnen Kleidungsstücken, die übereinander getragen werden. Das Gewand des Priesters ist vor allem dazu gedacht, ihn zu verhüllen, ihn zu verdecken, um ihn hinter seiner Rolle zurücktreten zu lassen: Er steht nicht für sich selbst am Altar, sondern für Christus. Wer der Priester auch immer sein mag – wie viele Fehler er im Alltag macht oder wie begabt oder unbegabt er ist: Die liturgischen Gewänder sollen den Gläubigen helfen, anstelle des Priesters Christus erkennen zu können. Außerdem unterstreichen natürlich festliche Gewänder den feierlichen Charakter des Gottesdienstes.

  • Schultertuch

  • Liturgische Kleidung

    © Ursula Harper


    Zuerst legt der Priester das Schultertuch um den Hals. Dabei handelt es sich um ein weißes Leinen- oder Baumwolltuch, das in zwei Bänder an den Ecken ausläuft. Das Tuch wird um die Schultern gelegt und die beiden Bänder über der Brust gekreuzt und zugebunden. Wahrscheinlich hatte das Schultertuch in seinem Ursprung zuerst einmal praktische Gründe: Es wärmt in der kalten Jahreszeit und dient bei Hitze als Schweißtuch. Dabei ist das weiße leinene Tuch viel leichter zu reinigen, als es die wertvollen bestickten Messgewänder, die darüber getragen werden, sind. Zeitweise wurde das Schultertuch wohl auch als eine Art Kapuze über dem Kopf getragen und erst zum Eucharistischen Hochgebet abgenommen. Beim Anlegen des Schultertuchs, das er erst einmal über den Kopf legte, betete der Priester früher ein eigenes Gebet: „Setze, o Herr, auf mein Haupt den Helm des Heiles, damit ich die teuflischen Anfechtungen überwinde.“ Das Bild des Helms ist für uns natürlich ein bisschen befremdlich. Allerdings spricht der Apostel Paulus von der Rüstung, die der Glaubende anlegen soll: „Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen.“ (Eph 6,11-15) Im liturgischen Gewand des Priesters spiegelt sich also auch sein eigenes Leben, sein Versuch, den Glauben im Alltag umzusetzen.

  • Albe

  • Heilige Messe - Kleiner Leitfaden LiturgieÜber das Schultertuch zieht der Priester nun die Albe, das weiße, bodenlange Untergewand. Das Wort Albe kommt von dem lateinischen Begriff „albus“, der nichts anderes als Weiß bedeutet. Die antike Kleidung kannte vor allem das weiße Gewand, die Tunika, über der – wie oben schon beschrieben – oft weitere Kleidungsstücke getragen wurden. Zum einen erinnert dieses Kleidungsstück mit seiner weißen Farbe an das Taufkleid. Als getaufter Christ tritt der Zelebrant an den Altar. Die Berufung in der Taufe ist die ursprüngliche, die ihn zum Sprechen mit Gott und zu einer echten Liebesbeziehung mit ihm befähigt. Auf der anderen Seite ist das oft zu waschende und zu bleichende Gewand ein Hinweis auf jene weißen Stoffe, die nach dem Zeugnis der Offenbarung des Johannes die Erlösten tragen: „Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.“ (Offb 7,14) Damit wird deutlich: Der Priester darf als der, der er nun einmal ist, die Messfeier leiten. Christus selbst ist es, das Lamm Gottes, das ihn befähigt, als Reiner und Erlöster vor ihn zu treten.

  • Zingulum

  • Die Albe wird um die Hüften mit einem Gürtel zusammengehalten. Dieses Accessoire nennt man Cingulum, was auf Deutsch eben „Gürtel“ bedeutet. Bei alten Alben ist der Schnitt meistens so, dass sie für den einzelnen Priester zu lang und auch zu weit sind. Sie sind sozusagen in Einheitsgröße geschneidert. Das Cingulum ist dazu da, die Albe „schürzen“ und „raffen“ zu können, sie also in der Größe an den jeweiligen Zelebranten anzupassen. Dabei erinnert der Strick, mit dem sich der Priester gürtet, an das Unterwegssein im Glauben: Im Alten Testament heißt es, die Israeliten sollten das Paschamahl hastig und mit dem Gürtel um die Hüften essen (vgl. Ex 12,11: „So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Esst es hastig!“). Im Evangelium sagt Jesus: „Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen!“ (Lk 12,35) Damit beschreibt er die Haltung des Jüngers, der stets bereit ist für das Kommen des Herrn.

  • Stola

  • Über der Albe trägt der Priester die Stola. Dieser „Schal“ wird um den Hals gelegt und liegt zu beiden Seiten gleichlang über der Brust des Priesters. Diakone tragen auch eine Stola, allerdings legen sie sie sich quer über die Brust, von ihnen wird die Stola über die linke Schulter getragen. Dieses Kleidungsstück ist das Amtszeichen des Priesters – und ist in der jeweiligen liturgischen Farbe gehalten. Jedes Mal, wenn er Sakramente spendet, legt der Priester die Stola um. Sie erinnert an ein Joch, das um den Hals der Person gelegt ist: Der Priester ist von Gott in Dienst genommen, seine Amtsgewalt hat er durch die Inanspruchnahme Gottes. Dabei ist die Aufgabe nie leicht, und sie ist mit einer großen Verantwortung verbunden. Aber es darf trotzdem die Gewissheit herrschen: Jesus Christus selbst trägt das Joch mit. „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.“ (Mt 11,29f)

  • Messgewand (Kasel)

  • Das Obergewand schließlich, das Messgewand, nennt man die Kasel. Auf unterschiedlichste Art und Weise kann dieses Kleidungsstück gestaltet sein. Es handelt sich um einen Überwurf, der eine Öffnung für den Kopf hat und über die Schultern gelegt wird. Das Messgewand ist jeweils in der liturgischen Farbe gehalten. Auch hier ist wieder der schon bei der Stola erwähnte Gedanke des Jochs zu erwähnen. Früher betete der Priester beim Anlegen der Kasel: „O Herr, der du gesagt hast, mein Joch ist süß und meine Bürde leicht, gewähre mir, dieses Joch und diese Bürde so zu tragen, dass ich deine Gnade erlange.“ Wie gesagt: Vor allem geht es beim Messgewand darum, die Person des Zelebranten zu verhüllen und zu zeigen, dass er für einen anderen dasteht. Damit haben diese Gewänder vor allem einen helfenden Charakter: Christus soll im Zentrum stehen. Das Messgewand

2. Ministrantenkleidung

Welche Kleidung trägt eigentlich ein Ministrant während des Gottesdienst?

  • Talar

    Ministrantenkleidung - Sakristei

    Ministrantenkleidung in Sakristei, Bild: © Ursula Harper

  • Als Untergewand tragen Messdiener einen roten oder schwarzen Talar (manchmal auch als Ministrantenrock bezeichnet), ein weitärmeliges, knöchellanges Obergewand. Ursprünglich war der Talar kein liturgisches Gewand, sondern Ausgehkleidung. Daraus hat sich im Laufe der Jahrhunderte die Amtskleidung für Geistliche entwickelt. Da in früheren Zeiten die Ministranten häufig angehende Kleriker (werdende Priester) waren, durften sie einen solchen Talar tragen.

  • Rochett

  • Über dem Talar trägt der Ministrant das so genannte Rochett (von althochdeutsch roccus = Rock), was auch als Chorhemd bezeichnet wird. Das Rochett ist ein bis zu den Knien reichendes, weißes Leinengewand (manchmal auch mit Spitzen verziert).

  • Mozetta

  • In einigen Gemeinden ist es auch üblich, über dem Rochett noch eine Mozetta (ist eine Art Kragen) zu tragen, die es zumeist rot, schwarz oder aber in der entsprechenden liturgischen Farbe gehalten ist.

  • Sonstige Messdienerkleidung

  • Anstelle von Talar und Rochett ist es auch möglich eine weiße Albe (knöchellanges Gewand) zu tragen. Diese weist eine besondere Beziehung zum Taufkleid auf.

    Ebenfalls ist es in der einen oder anderen Pfarrei üblich, dass die Messdiener zusätzlich noch ein Zingulum in der jeweils geltenden liturgischen Farbe tragen.

3. Weitere Gewänder

  • Chormantel

  • Als Chormantel wird ein Gewand in Form eines halbkreisförmigen, ärmellosen Mantels bzw. Mantel-ähnlichen Umhangs bezeichnet, das vorn mit einer Schnalle verschlossen wird. Häufig ist er mit christlichen Motiven kostbar bestickt. Der Chormantel wird auch Pluviale (urspr. Regenmantel, vom Lateinischen: pluvia – Regen), Rauch-, Segens- oder Vespermantel genannt.
    In der katholischen Liturgie wird er zur feierlichen Vesper, zur Andacht und zu Prozessionen getragen.

  • Segensvelum (Schultervelum)

  • Das Segensvelum (auch Schultervelum genannt) ist ein rechteckiges Tuch (Umhang), das dem Priester oder Diakon zum sakramentalen Segen um die Schultern gelegt wird. Im Pontifikalamt tragen es jene Ministranten, die für den Bischofsstab und die Mitra zuständig sind um die Schulter.

  • Dalmatik

  • Die Dalmatik (von lat. dalmaticus: „aus Dalmatien stammendes Gewand“) ist das liturgische Obergewand des Diakons. So trägt sie der Diakon in der Heiligen Messe in der jeweiligen liturgischen Farbe über Albe und Stola sowie bei besonderen Gottesdiensten (bspw. Osternacht, zur Kirchweihe oder zu eucharistischen Prozessionen). An festlichen Anlässen kann die Dalmatik auch vom Bischof unter der Kasel getragen werden. Die Dalmatik ist so geschnitten, dass seitlich zwei Streifen senkrecht von oben nach unten über die vordere wie die hintere Seite des Gewandes fallen. Aufgrund ihrer Kreuzform (wenn sie ausgebreitet ist) erinnert sie an das Leiden Christi.

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