Gebete für Ministranten

Die wichtigsten christlichen Gebete im Überblick

Auf dieser Seite möchten wir Euch einen Überblick zu den wichtigsten christlichen Gebeten geben. Außerdem findet ihr hier auch spezielle Messdiener-Gebete für die Sakristei.

Was ist Beten?

Genau so, wie du auf einem Mountainbike oder Tourenrad sitzt, auf dem Einrad jonglierst oder mit dem Tandem fährst und dabei immer vorwärtskommst, funktioniert auch das Beten auf vielerlei Weise.

Hier sind ein paar Tipps:

  • Beten ist einfach. Teile Gott dein Leben mit: wovor du Angst hast, was du hoffst, was du dir wünschst, wofür du dankst.
  • Frage an und zweifle. Zeige dich, wie du bist. Gott kennt dich, du musst ihm nichts vormachen.
  • Beten ist auch Stille. Du brauchst keine Angst in der Stille zu haben. Schweige einfach – denn gerade in der Stille kannst du Gott oft einfacher finden, als du denkst, und dabei zu dir selbst kommen.
  • Beten ist Rhythmus. Versuche, regelmäßig zu beten. Das kannst du überall und zu jeder Zeit.
  • Beten ist Wiederholung. Dir muss nicht jeden Tag etwas Neues einfallen. Gebet braucht keinen Leistungsdruck. Wenn dir ein Gebet gefällt, nimm es dir öfter vor oder bete bekannte Gebete. Es ist oft überraschend, wie viel sich darin entdecken lässt.
  • Beten ist Gemeinschaft. Auch wenn du ganz allein auf einem Felsen betest – zur gleichen Zeit beten unzählige Menschen auf der ganzen Welt. Habe auch den Mut, mit Freunden gemeinsam zu beten. Beten verbindet und schafft Vertrauen.

Wie funktioniert Beten?

Gebete für Ministranten © monropic / Fotolia
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Hier ein kleiner Vorschlag, wie du beten kannst:

  1. Beginne mit dem Kreuzzeichen.
  2. Denke nach, was du an diesem Tag erlebt hast. Was waren schöne Ereignisse, was war nicht so gut?
  3. Danke Gott oder beschwere dich bei ihm.
  4. Dann kannst du den Text des Tages lesen und beten.
  5. Schließe das Gebet mit einer Bitte, die dir für diesen Tag wichtig erscheint.
  6. Ende mit dem Kreuzzeichen

Standardgebete

Glaubensbekenntnis (Credo):

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Vaterunser (Paternoster)

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Gegrüßet seist du Maria (Ave Maria)

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

Magnificat

Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm macht volle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Engel des Herrn (Angelus)

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort. Gegrüßet seist du, Maria … Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Gegrüßet seist du, Maria … Bitte für uns, heilige Gottesmutter, dass wir würdig werden der Verheißungen Christi. Lasset uns beten.

Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Lass uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Rosenkranz

  • Den Rosenkranz beten
    © Piotr Sikora / Fotolia
    Die freudenreichen Geheimnisse

Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast Jesus, den du, o Jungfrau, in Bethlehem geboren hast Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast

  • Die licht reichen Geheimnisse

Jesus, der von Johannes getauft worden ist Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat

  • Die schmerzhaften Geheimnisse

Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat Jesus, der für uns gegeißelt worden ist Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist

  • Die glorreichen Geheimnisse

Jesus, der von den Toten auferstanden ist Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher. Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

Sakristeigebete

Vor dem Gottesdienst

Für den Ministranten beginnt der Gottesdienst meist mit der Vorbereitung in der Sakristei. Dinge zurechtlegen, umziehen, kämmen, Liederbuch in die Hand nehmen. An vielen Orten wird kurz vor Messbeginn ein kurzes Gebet gesprochen, dann beginnt der Priester: »Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn«, und alle anderen antworten: »der Himmel und Erde geschaffen hat.«

Dieser kurze Beginn macht deutlich, was Priester, Lektoren, Musiker und Ministranten im Gottesdienst tun: Sie helfen Gott, zu uns zu kommen – sie sind es nicht selber, die im Mittelpunkt stehen. Für das, was Gott mit uns Menschen vorhat, braucht er Menschen: Und Ministranten gehören dazu.

Vater, wir möchten diesen Gottesdienst mit dir feiern, wir bringen mit, was wir erlebt haben, Schönes und Gutes, aber auch Schlechtes und Unfertiges. Wir haben Menschen getroffen, Nachrichten gehört. Deine Welt ist nicht nur schön. Das alles wollen wir mit in den Gottesdienst nehmen. Sei du bei uns und lass uns bei dir sein. Amen.

Vater, gleich feiern wir die heilige Messe. Schenke uns Ruhe, damit wir zu dir finden. Gib uns die Offenheit, deine Stimme zu hören. Öffne uns füreinander und für dich und schicke uns dann gestärkt in die Welt, die deine Schöpfung ist und die wir mit deiner Hilfe verwandeln können.

Nach dem Gottesdienst

Vater, wir danken dir, dass wir gemeinsam feiern konnten. Sei bei uns, damit wir in unserem Leben bezeugen, dass du mitten unter uns bist. Amen. Vater, du warst in unserer Mitte, du bist in unserer Mitte, du bleibst in unserer Mitte. Amen.

Beten im Gottesdienst

Danken und Senden

Eigentlich ist jedes Gebet auch ein »kleiner Gottesdienst«. Im Sprachgebrauch wird Gottesdienst meist für Gottesdienstfeiern in der Kirche benutzt. Da gibt es Wortgottesdienste, ökumenische, Jugend-, Senioren-, Familien-, Werkstags- und Sonntagsgottesdienste. Die meisten Katholiken denken bei Gottesdienst wahrscheinlich an die heilige Messe.

Um die Gebete in diesem Gottesdienst, der heiligen Messe, soll es jetzt gehen. Dass »Messe« vom lateinischen Wort »Missa« kommt und übertragen »Sendung« heißt, wird dich vielleicht überraschen. Dabei lässt sich das ganz leicht verstehen.

Die heilige Messe ist eine »Tankstelle« für das Leben und sie sendet uns dann wieder in unseren Alltag hinaus. Die Messe ist kein frommer Selbstzweck, sondern Kraftspender für das ganze Leben. Korrekt heißt die heilige Messe auch »Eucharistiefeier«, und das heißt übersetzt »Danksagung«.

Gebetet wird während des Gottesdienstes an mehreren Stellen. Fast immer leitet der Pfarrer das Gebet mit den Worten ein: »Lasset uns beten« oder »Wir wollen beten«. Als Ministrant musst du bei manchen Gebeten das Buch halten. Schauen wir uns einige dieser Gebete einmal etwas näher an

Kyrieruf

Beten im Gottesdienst
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»Kyrie eleison« ist griechisch und heißt auf Deutsch »Herr, erbarme dich«. Hier bitten wir Gott, dass er uns verzeiht, wenn wir etwas falsch gemacht haben. Das Kyrie betet die Gemeinde gemeinsam.

Tagesgebet

Dieses Gebet betet der Priester. Meist hat es mit dem Thema des Gottesdienstes zu tun und endet immer mit einer kleinen Bitte.

Psalm

Nach der Lesung folgen meist Psalmen oder Psalmverse. Das sind tolle Gebete aus dem alten Testament. Manchmal beten es alle, manchmal singt oder betet es jemand vor und die Gemeinde singt oder spricht den Kehrvers.

Credo

Im Credo wird kurz zusammengefasst, was Christen glauben. Es wird nicht in jedem Gottesdienst, aber immer zusammen mit allen gebetet.

Fürbittgebet

Unsere Welt braucht die Hilfe Gottes. Immer gibt es Situationen und Menschen, die auch unsere Hilfe brauchen. Im Fürbittgebet bitten wir um Gottes Hilfe für andere Menschen und die Welt und zeigen, dass wir dabei mithelfen wollen.

Gabengebet

Das Gabengebet beendet die Gabenbereitung, bei der Ministranten ja viel am Altar mitmachen dürfen. Gut verstehen kannst du es als Einladung an Gott und die Gemeinde, jetzt gemeinsam »Eucharistie zu feiern«. Das heißt »gemeinsam Dank zu sagen« für alles, was Gott, der nun unter uns sein wird, für uns tut.

Hochgebet

Das Hochgebet wird in der heiligen Messe gebetet. Ein anderes Wort dafür ist Messkanon. Die meisten Teile spricht der Priester, an einigen Stellen antwortet die Gemeinde. Es gibt verschiedene Hochgebete, die alle den gleichen Inhalt und fast der gleichen Ablauf haben: Zuerst wird die Gemeinde eingeladen, gemeinsam zu danken.

Wir erinnern uns an das, was Gott für uns getan hat, besonders an das Abendmahl, zu dem er uns immer wieder einlädt. Danach kommt die Wandlung: aus Brot und Wein werden Leib und Blut Christi.

Das heißt, dass Gott wirklich unter uns ist und in den Gaben zu uns kommt. Der Priester bittet den Heiligen Geist, auf die Gaben und die mitfeiernde Gemeinde herabzukommen. Natürlich wird im Hochgebet Gott gelobt, am deutlichsten passiert das mit dem Sanctus, dem Heilig-Ruf.

Ebenso wird an die Kirche, die Welt, an die Lebenden und Verstorbenen gedacht und für sie gebetet. Mit dem Amen sagen alle Anwesenden, dass sie zu ihrem Glauben und zu den Bitten stehen.

Vaterunser

Es ist das einzige Gebet, das uns von Jesus überliefert ist und enthält alles, was zu einem gelungen Leben gehört: Glaube an Gott und die Welt als seine Schöpfung, das Wissen, selbst nicht perfekt zu sein, sondern auch Fehler machen zu dürfen, die Hoffnung auf das, was Gott noch mit uns vorhat, und die Bitte, uns zu erlösen. Alle beten es gemeinsam, und es gehört zu den Gebeten, die Christen der verschiedenen Konfessionen miteinander beten können.

Lamm Gottes

Das Agnus Dei, so heißt es auf Lateinisch, erinnert uns daran, dass sich Jesus am Kreuz geopfert hat. Wie ein Lamm wurde er dort geschlachtet. Aber dieser Tod, dieses Opfer war nicht sinnlos. Mit ihm hat Gott die Welt erlöst und gezeigt, dass Liebe es sogar vermag, für andere in den Tod zu gehen.

Schlussgebet

Die Messe schließt mit einem Dankgebet, es kommt am Ende der Eucharistiefeier, und da gibt es allen Grund, Gott Dank zu sagen. Schlussgebet ist eigentlich ein falscher Begriff. Denn der Gottesdienst endet nicht.

Zum Schluss kommt die Aussendung (Missa) – wir sollen das gerade Gefeierte in unserem Leben auch zeigen und bezeugen. Viele weitere Informationen zum Gebet findest du im „Ministranten-Grundkurs Beten“ von Guido Erbrich.

Quelle:

  • Erbrich, Guido: Ministranten-Grundkurs. Beten; Leipzig 2008.