Was bedeutet das Fest Fronleichnam?

Fronleichnam - Monstranz
© Ursula Harper
Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten findet dieses Fest statt. Es wird in vielen Gemeinden am darauf folgenden Sonntag gefeiert. Der eigenartige Name meint etwas sehr lebendiges: den „Leib des Herrn“.

„Fron“ heißt „Herr“ und „liknam“ „Leib“. Es kommt aus der altdeutschen Sprache und bis heute kann es eine knifflige Frage an Erwachsene sein, was dieses Fest heißt.

Gefeiert wird das Sakrament der Eucharistie. Also dass Gott sich uns auch im heiligen Brot zeigt und zu uns kommt. Mit dem heiligen Brot in einer Monstranz wird in einer Prozession durch den Ort gezogen.

Es ist ein schönes Zeichen dafür, dass Gott mit seinem Volk unterwegs ist und ihm auf allen Wegen Kraft gibt.

Die Prozession mit dem eucharistischen Brot, eingefasst durch die sonnenförmige Monstranz (lat. monstrare = zeigen), ist zu einem typisch katholischen Fest geworden. Entstanden ist Fronleichnam in Lüttich und wurde dort 1246 zum ersten Mal gefeiert.

Keine zwanzig Jahre später hat der aus Lüttich stammende Papst Urban IV. das Fest 1264 für die ganze Kirche eingeführt. Leichnam bedeutet nicht „toter Leib“, sondern Leib, Fron kommt von Herr. Köln ist die Stadt der ersten Fronleichnamsprozession, 1279 wurde hier das eucharistische Brot zum ersten Mal feierlich durch die Stadt getragen.

Neben der Prozession durch Straßen und Wege gibt es auch Schiffsprozessionen, so auf einigen Alpenseen und auf dem Rhein bei Köln, die Mühlheimer Gottestracht. Das Fest folgt auf den Sonntag nach Pfingsten und knüpft an den Gründonnerstag an, der wegen der Karwoche nicht in großer Feierlichkeit begangen werden kann.

Fronleichnam - Hostie
Fronleichnam spiegelt die Frömmigkeit des hohen Mittelalters wider. Bei der Messe wird die Wandlung besonders herausgehoben. Der Priester hebt die Hostie hoch, so dass alle sie sehen können. Nicht mehr der Verzehr des gewandelten Brotes, sondern das Sehen tritt in den Vordergrund.

Der Augenblick der Wandlung wird durch die Monstranz, die das geweihte Brot einrahmt, festgehalten. Eine zweite Wurzel des Festes sind die Flurumgänge, um die Felder bzw. die Stadtviertel zu segnen. Deshalb macht die Prozession an vier Altären Halt, um alle Himmelsrichtungen abzuschreiten.

Da es auch vier Evangelien gibt, wird an jedem Altar aus einem anderen Evangelium gelesen. Der Prozessionsweg wird mit Blumen und Bildern geschmückt, Mädchen streuen Blumen, die Monstranz wird unter einem Tuch getragen, das an vier Stöcken ausgespannt ist und „Himmel“ genannt wird.

Weitere Infos zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi findet Ihr in folgendem Beitrag: Fronleichnam - Ein Dankfest für den Herrn.

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