Pfingsten

Pfingsten und seine Besonderheiten

Das Hochfest Pfingsten und seine Besonderheiten – Wissenswertes für Ministranten:

Pfingsten kommt von griechisch „Fünfzig“ (Pentecoste). Der Pfingsttag liegt sieben Wochen nach Ostern, zählt man den ersten und letzten Tag mit, kommt man auf 50 Tage. Pfingsten ist in unseren Breiten auch ein Sommerfest und hat daher ein ähnliches Brauchtum wie der 1. Mai.

Wie Ostern geht Pfingsten auf ein jüdisches Fest, das Siebenwochenfest, zurück. An dem Tag trafen sich die Anhänger Jesu in Jerusalem und erlebten etwas, das sie von verängstigten Anhängern eines gescheiterten Propheten zu mutigen Predigern des Evangeliums machte.

Pfingsten, Pusteblume mit Ichthys-Symbol
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Die Apostelgeschichte (2. Kapitel) berichtet, dass ein Brausen das Haus erfüllte, in dem sich die Anhänger Jesu versammelt hatten. Zungen wie von Feuer lassen sich auf die einzelnen nieder.

Darauf weist die liturgische Farbe „Rot“ an Pfingsten hin. Die Bevölkerung von Jerusalem eilt zusammen und hört die Jünger in verschiedenen Sprachen reden.

Petrus hält seine erste öffentliche Predigt, 3000 Menschen lassen sich überzeugen. Die Christen verstehen sich weiterhin als Teil des Judentums, sie nennen ihre Bewegung den „Neuen Weg“. Pfingsten hat trotz dieser Trennung vom Judentum die Tradition des Siebenwochenfestes weitergeführt.

An dem Tag gedenken die Juden der Gesetzgebung am Sinai, die durch ähnliche Phänomene begleitet wurde. Der Berg ist in Wolken, Gott fährt im Feuer herab, er spricht zu Mose im Donner (Ex 19,16-19).

Feuer Pfingsten
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In den Targumen, den rabbinischen Kommentaren, wird der Zusammenhang von Gottes Reden und dem Feuer betont, die Worte Gottes sind wie brennende Pfeile und Feuerflammen, die Stimme ist als Feuer sichtbar, das sich in Zungen verteilt. Auch die Aussage, dass jedes Volk die Worte in seiner Sprache versteht, wird herausgestellt.

Das Gesetz wurde am Sinai bereits allen Völkern verkündet und auf der ganzen Welt gehört. So sind unter den Zuhörern nicht nur Jerusalemer Bürger, sondern Menschen aus vielen Nationen. Der Bericht zählt 16 Nationen bzw. Sprachen auf.

Die Ausgießung des Geistes auf alle, nicht nur auf Propheten und andere ausgewählte Menschen, ist selbst ein Zeichen der messianischen Zeit und wird von den christlichen Predigern als Beweis für ihre Behauptung gesehen, dass Jesus der Messias ist.

Die Begabung mit dem Geist ist dann auch das Neue, was jeden Christen ausmacht. Der Geist wohnt in ihm, der Christ wird „Tempel des Heiligen Geistes“. In der Firmung bzw. Konfirmation wird das ausdrücklich gemacht.

Der Christ ist zu einem geistlichen Leben berufen, Spiritualität leitet sich von dem lateinischen Wort für Geist her. Pfingsten gilt als Gründungstag der Kirche und hat in der Ökumene neue Bedeutung gewonnen.

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