Weihnachten

Das Weihnachtsfest und seine Besonderheiten

Das Weihnachtsfest und seine Besonderheiten – Wissenswertes für Ministranten.

Uns erscheint Weihnachten als das eigentlich christliche Fest. Gott wird Mensch, er erbarmt sich der Sünder, er ist solidarisch mit den Armen. Ist unsere Rettung nicht schon geschehen, wenn die Hirten das Kind in der Krippe verehren und die drei Weisen aus dem Morgenland, im Traum durch einen Engel gewarnt, Herodes den Aufenthaltsort des Kindes nicht verraten?

Woher sollten die Zeitgenossen Jesu aber wissen, dass er der erwartete Messias, der Gesalbte, der Erretter Israels tatsächlich ist? Was sich in der Verfolgung durch Herodes und im Kindermord von Betlehem schon andeutet: Dieses Kind wird keinen einfachen Weg gehen. Als junger Mann wird er am Kreuz enden und damit werden erst einmal alle Hoffnungen zerstört.

Herrnhuter Stern – © Ursula Harper
© Ursula Harper

Daher war die Auferstehung, mit der die Jünger nach dem Desaster des Karfreitages nicht gerechnet hatten, der eigentliche Wendepunkt. Weihnachten war für die ersten christlichen Generationen daher von nachrangigem Interesse. Erst später wurde die Bedeutung der Menschwerdung des Sohnes Gottes erkannt.
Weihnachten hat theologische Wurzeln, die bis in das Brauchtum heute noch lebendig sind. Um die Wende zum 4. Jahrhundert entstand die Frage, ob der Sohn Gottes ein Geschöpf ist oder wie Gott verehrt werden sollte. Für das griechische Denken konnte das Vollkommene nicht aus vielem bestehen, je vollkommener, desto größer die Einheit.

Wenn Gott Einer ist, dann kann Gottes Sohn nicht wirklich Gott sein, sondern er ist ein Geschöpf, sicher das erste und am höchsten stehende Geschöpf, aber doch geschaffen. Der Priester Arius propagierte diese Sicht und fand in Athanasius, dem Patriarchen von Alexandrien, seinen Widerpart.

325 entschied das von Kaiser Konstantin einberufene Konzil von Nicäa, dass der Sohn wesensgleich mit Gott, dem Vater ist, „nicht geschaffen, sondern gezeugt, Gott von Gott, wahres Licht vom wahren Licht, eines Wesens mit dem Vater“, wie es im Glaubensbekenntnis bis heute in den Kirchen in Ost und West heißt.

Die Bedeutung dieses Bekenntnisses für den westeuropäischen Raum zeigt sich daran, dass der Frankenkönig Chlodwig am Weihnachtstag 498 getauft wurde, Karl der Große wurde an Weihnachten im Jahr 800 in Rom zum Kaiser gekrönt, 831 hat eine Synode in Mainz den Weihnachtstermin am 25. Dezember bestätigt.

Der Termin des Weihnachtsfestes hängt mit der Wintersonnenwende zusammen. Das Weihnachtsfest entstand in Rom, weil dort am Tag der Wintersonnenwende das Fest des „sol invictus“, des unbesiegten Sonnengottes, begangen wurde. Dieses Fest war erst 274 n. Chr. durch Kaiser Aurelian eingeführt worden.

Das war der letzte Versuch, dem römischen Reich eine gemeinsame religiöse Grundlage zu geben. Um die Christen gegen dieses Fest zu immunisieren, setzte die Kirche dem heidnischen Sonnengott die „wahre Sonne“, das „wahre Licht der Welt“ entgegen. Die Behauptung von Volkskundlern ist unzutreffend, der Festtermin leite sich vom germanischen Julfest her.

Das lag im Januar, und eine Weihnachtstradition gab es bereits vor der Völkerwanderung. Da es für den Geburtstermin Jesu, anders als für den Tag seiner Hinrichtung, keine Überlieferung gab, musste man den Termin durch genaues Studium der biblischen Texte erschließen.

Die Christen fanden folgenden Hinweis in den eigenen Texten: Zwischen der Geburt Johannes des Täufers und der Jesu liegen 6 Monate (Lukas 1,36). Die Geburt des Täufers wird am Tag der Sommersonnenwende, dem 24. Juni gefeiert.

Im Johannesevangelium wird folgendes Wort des Täufers über Jesus berichtet: Ihr selbst könnt mir bezeugen, dass ich gesagt habe: „Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der ihm vorausgeht … Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ (Johannes 3,28. 30).

Dieses Wort wurde auf die Sonne bezogen. Nach dem Fest des Täufers nimmt die Sonne ab, nach dem Fest der Geburt Christi nimmt die Sonne zu. Die Geburt Jesu am Tag der Wintersonnenwende symbolisierte für die Menschen der Antike, dass Gott mit diesem Kind das Leben neu entstehen ließ, ein Licht im Dunkeln entzündete.

336 ist das erste Jahr, in dem nachweislich am 25. Dezember in Rom Weihnachten gefeiert wurde, aus dem Jahr 354 ist eine Weihnachtspredigt des Papstes Liberius bekannt. Dass der Festgedanke überzeugte, zeigt sich daran, dass der 25. Dezember im Osten übernommen und 381 durch das 1. Konzil von Konstantinopel bestätigt wurde.

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