Was ist ein Ministrant?

Bedeutung und Aufgaben des Messdienstes

Was sind denn Ministranten oder Messdiener eigentlich genau, habt Ihr Euch vielleicht schon einmal gefragt? Wir erklären Euch in diesem Beitrag, was es damit auf sich hat.

Was bedeutet „Ministrant“?

Ministrant (Messdiener), © Andrzej Estko / Fotolia
© Andrzej Estko / Fotolia
Das Wort „Ministrant“ jedenfalls kommt ursprünglich von dem lateinischen Begriff „ministrare“ und heißt in die deutsche Sprache übersetzt: „dienen“. Somit heißt Ministrant übersetzt „Diener“, was auch seiner Funktion entspricht, nämlich den Pfarrer im Gottesdienst (besonders in der Heiligen Messe) als Altardiener zu unterstützen bzw. zu assistieren.
Ministranten sind somit „Diener an einem höheren Gut, Jesu Christi selbst, der in der Eucharistie mit seinem Leib und Blut in Erscheinung tritt“. Häufig werden Ministranten auch abgekürzt als „Minis“ bezeichnet.

Übrigens waren auch viele Prominente aus Fernsehen und Politik in Ihrer Kindheit und Jugend Messdiener wie z. B. Stefan Raab, Harald Schmidt, Thomas Gottschalk, Horst Seehofer und viele andere. Der folgende Film vom Sankt Michaelsbund zeigt, was es heißt Ministrant zu sein:

Auch andere Kirchen kennen Ministranten wie die orthodoxen Kirchen, die anglikanische Kirche, die altkatholische Kirche sowie etliche evangelischen Kirchen.

Vorraussetzungen für den Messdienst

Wer den Ministrantendienst ausüben möchte, der muss ein paar Voraussetzungen mitbringen, die aber auch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausfallen. Es gibt allerdings einige Grundregeln, die alle gemeinsam haben:

  • ein Ministrant muss getauft sein
  • er muss bereits zur Erstkommunion gegangen sein

Der Messdienst wird zumeist von Kindern und Jugendlichen ausgeübt, an einigen Orten (z. B. in Bischofskirchen) aber auch von Erwachsenen. Bevor jemand zum Altardienst zugelassen wird, ist es es außerdem häufig üblich, vorher eine Art Ausbildung zu machen, um so alles Wichtige rund um den Messdienst zu erlernen:

Dazu gehören z. B. die einzelnen Aufgaben, die wichtigen Zeiten und Feste im Kirchenjahr, den Ablauf der verschiedenen Gottesdienstformen sowie diverse Zeichen und Symbole.

Verschiedene Aufgaben und Dienste der Ministranten

Im Gottesdienst übernehmen die Messdiener eine Reihe von Aufgaben als Assistenten des Pfarrers (Priester) sowie auch als Vertreter der Gemeinde.

Folgende Aufgaben bzw. Dienste sind allgemein gebräuchlich:

Der Messdiener, Gemälde von Franz Meyerheim, 1874

Die Bezeichnungen für diese Dienste leiten sich teilweise aus den niederen Weihestufen des Priesteramtes ab, die es bis zur Umsetzung der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils gab.

Mehr Informationen zu den einzelnen Diensten findet ihr in folgendem Beitrag: Verschiedene Aufgaben (Dienste) für Ministranten

Die Gewänder der Messdiener

Was für Klamotten trägt ein Ministrant denn so?

Ministrantenkleidung, © Ursula Harper
© Ursula Harper

Im Verlauf der Geschichte hat es sich für den Gottesdienst eingebürgert, dass die Messdiener eine spezielle Kleidung tragen: Als Untergewand einen roten oder schwarzen Talar und darüber das so genannte Rochett (auch teilweise als Chorhemd bezeichnet).

Mancherorts ist es zudem üblich, über dem Rochett noch eine so genannte Mozetta (ist eine Art Kragen) in rot, schwarz oder der entsprechenden liturgischen Tagesfarbe zu tragen.

In etlichen Pfarreien tragen die Messdiener außerdem ein Zingulum in der liturgischen Farbe. Ebenfalls ist es mancherorts üblich über der Kleidung noch ein Kreuz oder eine Plakette (bspw. mit Symbol der Taube) zu tragen. Anstatt von Talar und Rochett ist es auch möglich eine weiße Albe (knöchellanges Gewand) zu tragen, welche eine besondere Beziehung zum Taufkleid aufweist.

Diese Ministrantengewänder haben sich in den vergangenen Jahrhunderten fast überhaupt nicht verändert.

Mehr Informationen zur liturgischen Kleidung findet ihr hier: Liturgische Kleidung.

Zur Geschichte des Messdienst

Den Ministrantendienst gibt es schon seit etwa dem 8. Jahrhundert, als es für den Priester üblich wurde, täglich eine Heilige Messe zu feiern. Hierzu ordnete die Kirche in den Synoden von Mainz 813 und Paris 829 an, dass für die Feier einer Messe wenigstens ein Ministrant anwesend sein musste.
Dazu wurden dann in der Regel Jungen (Mädchen durften damals noch nicht ministrieren) ausgewählt, die später auch Priester werden sollten. Diese wurden dann auch in Liturgie und Latein geschult, um auf diese Weise auf die spätere Priesterweihe vorzubereiten.

Erst im 20. Jahrhundert unter Papst Pius XII. (in seiner Enzyklika „Mediator Dei“ aus dem jahr 1947) wurde erstmals unterschieden zwischen „normalen“ Messdienern und Ministranten, die sich auf dem Weg zum Priesterberuf befanden. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich der Ministrantendienst zu seiner heutigen Form.

Ministranten (Bild von Domenico Ghirlandaio aus dem Jahr 1475)
Domenico Ghirlandaio aus dem Jahr 1475

Mit dem etwas später folgenden Zweiten Vatikanischen Konzil wurde der Status der Laien-Ministranten (also allen, die kein Priester werden wollen) weiter aufgewertet:

Ministranten üben „einen wahrhaft liturgischen Dienst“ aus und heißen ebenfalls „ministri“ (so wurden vormals Ministranten im Klerus-Stand genannt). Außerdem änderte sich damit auch etwas die Bedeutung des Messdienst:

So sind Ministranten heute nicht nur Assistenten des Priesters, sondern sie übernehmen im Gottesdienst auch bestimmte Aufgaben stellvertretend für die Gemeinde. Seit 1994 sind nun offiziell auch Mädchen zum Altardienst zugelassen.

Mehr Informationen zur geschichtlichen Entwicklung des Ministrantendienst findet ihr in folgendem Beitrag: Geschichte der Ministranten

Wie sind Ministranten organisiert?

In der Gemeinde bilden die Messdiener häufig eine feste Gemeinschaft und sind oft auch deren größte Jugendgruppe. Dazu trifft man sich zu Gruppenstunden, unternimmt gemeinsame Ausflüge und hilft beim Organisieren von Kirchen- und gemeinnützigen Festen.
In vielen Gemeinden werden auch so genannte Oberministranten oder Obermessdiener vom jeweiligen Pfarrer beauftragt oder aber von der Ministrantengruppe gewählt. Diese vertreten dann die Anliegen der Ministranten innerhalb der Gemeinde und leiten die Messdienergruppe.

Auch innerhalb des Dekanats oder Bistums sind die Ministranten organisiert: Es werden gemeinsame Ausflüge, Wallfahrten, Ministrantentage, Fortbildungen oder sportliche Turniere veranstaltet.


Außerdem gibt es die Internationale Ministrantenwallfahrt nach Rom sowie die Zentren für Messdiener auf Katholikentagen und den Weltjugendtagen.